Vorlesetag

Am bundesweiten Vorlesetag ist es besonders beliebt, Kindergärten oder Schulen zu besuchen und mit einer Vorleseaktion dort Kinder zu erfreuen. Wir finden: Der Vorlesetag ist für alle da.

Texte für verschiedene Altersgruppen, die sich für Vorlesen eignen, finden Sie hier:   

Leseempfehlungen




Weitere Hilfestellung erhalten Sie, wenn Sie uns anschreiben: vorlesetag@dgss.de.

 

Hier einige außergewöhnliche Ideen, den Vorlesetag zu gestalten:

 

Nachlese 2025

Der diesjährige Vorlesetag hat wieder gezeigt, wie vielfältig und kreativ Vorlesesituationen gestaltet werden können, wenn man – wie unsere DGSS-Mitglieder - Experte:in für das Vorlesen ist – und wie sehr Kinder und Jugendliche davon profitieren!

Als kleine zusätzliche Gabe für diejenigen DGSS-Mitglieder, die beim Vorlesetag mitgemacht haben, wurden diesmal sowohl die bekannten DGSS-Postkarten sowie ganz neue, süße DGSS-Vorlesetag-Dankeschön-Schokoladen verschickt (Foto Trischler 2, evtl. Trischler 4).

Was unsere Mitglieder anlässlich des bundesweiten Vorlesetags am 21.11.2025 genau gemacht haben und wie die Vorleseaktion bei den Zuhörenden ankam, soll im Folgenden berichtet werden.

 

In Bad Nenndorf fand eine bewährte Kooperation zwischen der Schule Schlaffhorst-Andersen und dem Gymnasium Bad Nenndorf statt. Fünf Zweierteams aus dem dritten Ausbildungssemester lasen 90 Minuten lang vor dem gesamten 7. Jahrgang vor – verteilt auf fünf Klassenräume und jeweils aus zwei verschiedenen Romanen (Foto Tormin 1 und 2). Die Lehrerin bereitete dafür eine große Kiste altersgerechter Bücher vor, aus der sich die Vorlesenden ein Werk aussuchten. Im Vorfeld baute Sibylle Tormin ein Vorlesetraining mit Einzelcoaching und Gruppenfeedback für die Schlaffhorst-Andersen-Schüler:innen in ihren Unterricht ein: „Lasst euer Siebtklässler-Ich sprechen“, lautete eine der motivierenden Anregungen. Eine Ideensammlung, was man noch an Spielen, rhythmischen Sequenzen, Liedern u. ä. einschieben kann, damit nicht 90 Minuten lang durchgehend gelesen wird, rundete die Vorbereitung der Freiwilligen ab. Das Feedback zur Aktion war durchweg positiv, sowohl von den Freiwilligen („Die Aufmerksamkeit war die ganze Zeit bei uns.“) als auch von den Schüler:innen („Es hat den Schülerinnen und Schülern des 7. Jahrgangs sehr gut gefallen“.) Zwei Bilder aus dieser Aktion geben einen Einblick in die lebendige Atmosphäre vor Ort.

 

Auch an der Pädagogischen Hochschule Freiburg wurde der Vorlesetag aktiv gestaltet. Franziska Trischler organisierte mit zwei Studierendengruppen Lesungen in Schulen: insgesamt 9 Studierende lasen in den 9 Klassen der Meerwein-Grundschule in Emmendingen vor, u.a. die neusten Geschichten vom Mini-Sams oder Ausschnitte aus dem Bilderbuch „Liebe“ (siehe Foto Trischler 1). Anschließend ging es für 7 Studierende in die fünfte Klasse der inklusiven Sternwaldschule Freiburg. Hier ging es besonders inklusiv zu, denn es gab auch Lesungen für ukrainische Kinder – deutsch-russische Märchen wurden dabei nicht nur von den Studierenden, sondern auch von den Kindern selbst vorgelesen. Auf dem Foto (Trischler (2)) ist eine der verschenkten Schokoladen im Schulgebäude der Sternwaldschule zu sehen.

Die Pädagogische Hochschule Heidelberg bot an drei unterschiedlichen Orten mit 11 Studierenden Vorleseaktionen unter der Leitung von Andrea Brunner und Heike Heinemann an: morgens an der Stadtbibliothek Mannheim mit Grundschulklassen (Foto Brunner 1), am Nachmittag in einem Heidelberger Seniorenheim (Foto Brunner 2) und am Abend im Kinderhotel des Mehrgeneartionenhauses in Heidelberg. Alle Veranstaltungen bekamen großen Zuspruch, besonders das Kamishibai-Theater mit dem Märchen „Hänsel und Gretel“ (Foto Brunner 3).

In einem Kindergarten in Gilching bei München las Clemens Nicol, Sprecher beim Bayrischen Rundfunk, aus eigens mitgebrachten Bilderbüchern vor, sowie solchen, die die Leiterin ausgewählt hatte. Die Kinder – in zwei Gruppen zu je 20 – waren eine halbe Stunde lang aufmerksam und interessiert mit vielen eigenen Fragen dabei. Auch die Mitbringsel kamen gut an. Die Fotos (Nicol 1 & 2) zeigen das Setting der Veranstaltung sowie (Nicol 3) Clemens Nicol selbst bei der Übergabe der Schokoladen im BR.

Katja Kindermann war in einer Kindertagesstätte in Hoisdorf bei Hamburg aktiv und las ein Bilderbuch, das über die Faszination von Büchern und Büchereien erzählt. Die Lesung wurde von vielen interaktiven Aktionen begleitet. Die 4- bis 5-jährigen Kinder machten begeistert mit und durften im Anschluss noch stolz ihr Lieblingsbuch präsentieren.

International wurde der Vorlesetag von Anna Gausepohl nach Indonesien getragen. In einer Vorschule in Yogyakarta erzählte sie mit dem Kamishibai zweisprachig auf Deutsch und Indonesisch für 14 Kinder (Gausepohl). Die 5-6-Jährigen wurden zunächst mit körperbasierten Spielen aufgewärmt, bevor die beiden Geschichten erzählt wurden ("Der Koch hat schlechte Laune" und "Billy"). Die Kinder wurden aktiv einbezogen und malten im Anschluss Bilder, die beide Geschichten vereinten. Beide Geschichten sind Mitmach-Erzählungen, die Kinder waren mit Kopf und Herz dabei, fieberten verbal und nonverbal mit, teilten sich mit und stellten Fragen. Die Aktion war ein voller Erfolg und verdeutlichte zugleich, wie wertvoll Leseförderung in Ländern mit eingeschränktem Zugang zu Literatur ist.

Der Vorlesetag wurde aber auch in privaten und logopädischen Praxisräumen kreativ umgesetzt. So las Cornelia Rohrmeier (Foto Rohrmeier 2) überwiegend einzelnen Kindern in ihrer logopädischen Praxis in Straubing vor – unter anderem „Schaukel das Schaf“, „Wink dem Wal“ oder „Schüttel den Apfelbaum“, bei denen die Kinder mitmachen dürfen und sehen, was durch ihre Reaktion auf der nächsten Seite bewirkt wurde. Die Begeisterung war groß, und die kleinen Zuhörerinnen und Zuhörer freuten sich über Schokolädchen und Postkarten.

Beatrix Schwarzbach las 45 Minuten lang und begeisterte Schüler:innen einer 6. Klasse in Berlin mit spannenden Passagen aus dem Buch „Der Goldene Kompass“. Während des Vorlesens durften die Kinder es sich mit ihrer Brotbox gemütlich machen. Die Klasse ging, so Beatrix Schwarzbach, wunderbar mit - der Text passte zum Alter der Kinder, sie hörten interessiert zu, teilten eigene Gedanken und stellten Fragen. Die Einladung, im Dezember noch einmal wiederzukommen, um das Buch gemeinsam weiterzulesen, spricht für die Aktion.

 

Die vielen positiven Rückmeldungen und die aktiven, begeisterten Kinder zeigen: Vorlesen begeistert alle Altersgruppen und verbindet – über alle Grenzen hinweg! Und sie befeuern die Vorfreude auf den nächsten Vorlesetag. Also einfach schon mal im Kalender vormerken: der bundesweite Vorlesetag findet auch 2026 in Deutschland wie immer am 3. Freitag im November statt. Der Vorlesetag in Österreich findet am Donnerstag, 26. März 2026 statt, der 10. Schweizer Vorlesetag wird am Mittwoch, 27. Mai 2026 gefeiert.

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Deutschsprachige Gesellschaft für Sprach- und Stimmheilkunde e. V.