Vorlesetag
Am bundesweiten Vorlesetag ist es besonders beliebt, Kindergärten oder Schulen zu besuchen und mit einer Vorleseaktion dort Kinder zu erfreuen. Wir finden: Der Vorlesetag ist für alle da.
Texte für verschiedene Altersgruppen, die sich für Vorlesen eignen, finden Sie hier:
Leseempfehlungen
Weitere Hilfestellung erhalten Sie, wenn Sie uns anschreiben: vorlesetag@dgss.de.
Hier einige außergewöhnliche Ideen, den Vorlesetag zu gestalten:
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Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, Live-Lesungen im Radio anzubieten bzw. vorab Aufnahmen zu machen und diese dann anlässlich des Vorlesetags im Radio auszustrahlen. Denkbar sind je nach Ausrichtung des Radios und der Sendung Lesungen für Kinder, Familien oder Erwachsene.
Wie wäre es…
wenn Sie den nicht-kommerziellen Lokalsender, das freie Bürgerradio oder das Hochschulradio in Ihrer Stadt anschreiben und anbieten, am Vorlesetag einen Teil des Programms zu übernehmen?Was ist dabei zu bedenken? Um im Radio mit einer gewissen Öffentlichkeit und Reichweite Literatur vorlesen zu dürfen, müssen die Rechte geklärt sein! Am einfachsten ist es, wenn urheberrechtsfreie Literatur, d.h. Literatur, deren Autor:innen schon 70 Jahre oder länger tot sind, genutzt wird. Andernfalls sind die Rechte anlassbezogen bei Verlag oder Autor:in zu erwerben – und das kann aufwendig und teuer sein! Manche lebenden Autor:innen stellen unserer Erfahrung nach allerdings auch gern eine Geschichte zu diesem Anlass zur Verfügung – dann sollten sie angemessen in der Werbung gewürdigt werden! Gleiches gilt für untermalende oder Überleitungen schaffende Musikeinspielungen.
Wir haben dazu eine Handreichung verfasst.
Weitere Hilfestellung erhalten Sie, wenn Sie uns anschreiben: vorlesetag@dgss.de.
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Interessiertes erwachsenes Publikum darf selbstverständlich auch in den Genuss von Vorlesetags-Veranstaltungen kommen.
Wie wäre es…,
wenn Sie das Personal in Ihrem Lieblingscafé einmal ansprechen, ob Interesse daran besteht, dass Sie dort eine Lesung planen? Die kann ja auch nur kurz sein: schöne 10- 15 Minuten für alle, die zuhören wollen. Und zur Belohnung gibt es dann einen Kaffee aufs Haus?Was ist noch zu bedenken?
Die Gastgeber:innen sind für die Einhaltung der geltenden Hausordnung verantwortlich. Das betrifft sowohl die möglicherweise erforderlichen Hygienemaßnahmen sowie Fragen der Lautstärke, des Einbezugs des Publikums u. ä. All das sollte gut abgesprochen werden.
Weitere Hilfestellung erhalten Sie, wenn Sie uns anschreiben: vorlesetag@dgss.de.
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Es gibt kaum Schöneres, als gemütlich auf dem heimischen Sofa zu sitzen, sich an die Liebsten zu kuscheln und Lesungen zu lauschen. Am besten natürlich live, so dass Fragen gestellt und Applaus gegeben werden kann.
Im vergangenen Jahr haben wir sehr gute Erfahrungen damit gemacht, Live-Lesungen online anzubieten. Zwei Berichte verschiedener solcher Aktionen finden sich hier: Trischler (Quelle) und Kessler (Quelle).
Wie wäre es…
wenn Sie sich auf eine Online-Vorlesestunde einstellen?Was ist noch zu bedenken?
Ein stabiles Videokonferenzprogramm ist das A und O. Damit sollten Sie sich auskennen, denn Sie lesen nicht nur vor, sondern moderieren auch. Der Link für die Aktion sollte nur auf Anfrage verschickt werden – sonst können auch Personen ohne Einladung dabei sein. Länger als 90 Minuten ist kein guter Film und auch keine gute Online-Lesung. Zwischendurch Pausen durch Musik oder Unterhaltungsrunden sind prima und erlauben es Kleineren, sich auch für kürzere Einheiten zu- und dann auch wieder auszuschalten. -
Lesen Sie für eine Schulklasse vor, aber aus einem anderen Raum (Laborraum, Fahrradkeller, o.ä.)? Übertragen Sie Bild und Ton in den Klassenraum zu Ihrem Publikum. Vorlesen kann somit ein bisschen technischem Aufwand zu etwas ganz Spannendem, Außergewöhnlichem oder Geheimnisvollem werden.
Was ist dabei zu bedenken?
Es erfordert einigen technischen Aufwand, die Räumlichkeiten zu präparieren und das Vorlesen aufzunehmen. Wenn Sie selbst Kenntnisse haben oder jemanden zur Hand haben, der Sie unterstützt, kann das ein lohnender Aufwand sein. -
Lesen Sie für eine Schulklasse vor, aber aus einem anderen Raum (Laborraum, Fahrradkeller, o.ä.)? Übertragen Sie Bild und Ton in den Klassenraum zu Ihrem Publikum. Vorlesen kann somit ein bisschen technischem Aufwand zu etwas ganz Spannendem, Außergewöhnlichem oder Geheimnisvollem werden.
Was ist dabei zu bedenken?
Es erfordert einigen technischen Aufwand, die Räumlichkeiten zu präparieren und das Vorlesen aufzunehmen. Wenn Sie selbst Kenntnisse haben oder jemanden zur Hand haben, der Sie unterstützt, kann das ein lohnender Aufwand sein. -
Lesen Sie für eine Schulklasse vor, aber aus einem anderen Raum (Laborraum, Fahrradkeller, o.ä.)? Übertragen Sie Bild und Ton in den Klassenraum zu Ihrem Publikum. Vorlesen kann somit ein bisschen technischem Aufwand zu etwas ganz Spannendem, Außergewöhnlichem oder Geheimnisvollem werden.
Was ist dabei zu bedenken?
Es erfordert einigen technischen Aufwand, die Räumlichkeiten zu präparieren und das Vorlesen aufzunehmen. Wenn Sie selbst Kenntnisse haben oder jemanden zur Hand haben, der Sie unterstützt, kann das ein lohnender Aufwand sein. -
Die Stiftung Lesen wirbt auf den Seiten des Vorlesetags auch für ehrenamtliches Engagement in Alten- und Seniorenheimen, wo Vorlesepat:innen gern gesehen sind.
Was ist noch zu bedenken?
Das Publikum in einem Heim kann sehr heterogen sein, und die Einschränkungen sind divers: Einige Menschen hören schlecht, andere sehen kaum, wieder andere sind dement o.a.m. Hier wäre es gut, mit der Heimleitung genaue Absprachen zu treffen und sich auf ein eher kleines, erlesenes Publikum zu beschränken. Auch die Broschüren der Stiftung Lesen können erste Orientierung geben.
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Kurmuscheln und Konzertpavillons sind überdachte Orte im Freien, z. B. in Parks, die für lokale Aktionen wie den Vorlesetag geradezu geschaffen sind. Auch bei schlechtem Wetter lässt sich so draußen vorlesen und die akustischen Bedingungen sind meistens erstaunlich gut.
Was ist noch zu bedenken?
Die Veranstaltung muss bei der Stadtverwaltung, dem Ordnungsamt oder der Betreibergesellschaft der Kuranlage, in der die Muschel steht, angemeldet werden. Es ist nicht erlaubt, einfach so in einer Kurmuschel bzw. einem Konzertpavillon vorzulesen.
Nachlese 2025
Der diesjährige Vorlesetag hat wieder gezeigt, wie vielfältig und kreativ Vorlesesituationen gestaltet werden können, wenn man – wie unsere DGSS-Mitglieder - Experte:in für das Vorlesen ist – und wie sehr Kinder und Jugendliche davon profitieren!
Als kleine zusätzliche Gabe für diejenigen DGSS-Mitglieder, die beim Vorlesetag mitgemacht haben, wurden diesmal sowohl die bekannten DGSS-Postkarten sowie ganz neue, süße DGSS-Vorlesetag-Dankeschön-Schokoladen verschickt (Foto Trischler 2, evtl. Trischler 4).
Was unsere Mitglieder anlässlich des bundesweiten Vorlesetags am 21.11.2025 genau gemacht haben und wie die Vorleseaktion bei den Zuhörenden ankam, soll im Folgenden berichtet werden.
In Bad Nenndorf fand eine bewährte Kooperation zwischen der Schule Schlaffhorst-Andersen und dem Gymnasium Bad Nenndorf statt. Fünf Zweierteams aus dem dritten Ausbildungssemester lasen 90 Minuten lang vor dem gesamten 7. Jahrgang vor – verteilt auf fünf Klassenräume und jeweils aus zwei verschiedenen Romanen (Foto Tormin 1 und 2). Die Lehrerin bereitete dafür eine große Kiste altersgerechter Bücher vor, aus der sich die Vorlesenden ein Werk aussuchten. Im Vorfeld baute Sibylle Tormin ein Vorlesetraining mit Einzelcoaching und Gruppenfeedback für die Schlaffhorst-Andersen-Schüler:innen in ihren Unterricht ein: „Lasst euer Siebtklässler-Ich sprechen“, lautete eine der motivierenden Anregungen. Eine Ideensammlung, was man noch an Spielen, rhythmischen Sequenzen, Liedern u. ä. einschieben kann, damit nicht 90 Minuten lang durchgehend gelesen wird, rundete die Vorbereitung der Freiwilligen ab. Das Feedback zur Aktion war durchweg positiv, sowohl von den Freiwilligen („Die Aufmerksamkeit war die ganze Zeit bei uns.“) als auch von den Schüler:innen („Es hat den Schülerinnen und Schülern des 7. Jahrgangs sehr gut gefallen“.) Zwei Bilder aus dieser Aktion geben einen Einblick in die lebendige Atmosphäre vor Ort.
Auch an der Pädagogischen Hochschule Freiburg wurde der Vorlesetag aktiv gestaltet. Franziska Trischler organisierte mit zwei Studierendengruppen Lesungen in Schulen: insgesamt 9 Studierende lasen in den 9 Klassen der Meerwein-Grundschule in Emmendingen vor, u.a. die neusten Geschichten vom Mini-Sams oder Ausschnitte aus dem Bilderbuch „Liebe“ (siehe Foto Trischler 1). Anschließend ging es für 7 Studierende in die fünfte Klasse der inklusiven Sternwaldschule Freiburg. Hier ging es besonders inklusiv zu, denn es gab auch Lesungen für ukrainische Kinder – deutsch-russische Märchen wurden dabei nicht nur von den Studierenden, sondern auch von den Kindern selbst vorgelesen. Auf dem Foto (Trischler (2)) ist eine der verschenkten Schokoladen im Schulgebäude der Sternwaldschule zu sehen.
Die Pädagogische Hochschule Heidelberg bot an drei unterschiedlichen Orten mit 11 Studierenden Vorleseaktionen unter der Leitung von Andrea Brunner und Heike Heinemann an: morgens an der Stadtbibliothek Mannheim mit Grundschulklassen (Foto Brunner 1), am Nachmittag in einem Heidelberger Seniorenheim (Foto Brunner 2) und am Abend im Kinderhotel des Mehrgeneartionenhauses in Heidelberg. Alle Veranstaltungen bekamen großen Zuspruch, besonders das Kamishibai-Theater mit dem Märchen „Hänsel und Gretel“ (Foto Brunner 3).
In einem Kindergarten in Gilching bei München las Clemens Nicol, Sprecher beim Bayrischen Rundfunk, aus eigens mitgebrachten Bilderbüchern vor, sowie solchen, die die Leiterin ausgewählt hatte. Die Kinder – in zwei Gruppen zu je 20 – waren eine halbe Stunde lang aufmerksam und interessiert mit vielen eigenen Fragen dabei. Auch die Mitbringsel kamen gut an. Die Fotos (Nicol 1 & 2) zeigen das Setting der Veranstaltung sowie (Nicol 3) Clemens Nicol selbst bei der Übergabe der Schokoladen im BR.
Katja Kindermann war in einer Kindertagesstätte in Hoisdorf bei Hamburg aktiv und las ein Bilderbuch, das über die Faszination von Büchern und Büchereien erzählt. Die Lesung wurde von vielen interaktiven Aktionen begleitet. Die 4- bis 5-jährigen Kinder machten begeistert mit und durften im Anschluss noch stolz ihr Lieblingsbuch präsentieren.
International wurde der Vorlesetag von Anna Gausepohl nach Indonesien getragen. In einer Vorschule in Yogyakarta erzählte sie mit dem Kamishibai zweisprachig auf Deutsch und Indonesisch für 14 Kinder (Gausepohl). Die 5-6-Jährigen wurden zunächst mit körperbasierten Spielen aufgewärmt, bevor die beiden Geschichten erzählt wurden ("Der Koch hat schlechte Laune" und "Billy"). Die Kinder wurden aktiv einbezogen und malten im Anschluss Bilder, die beide Geschichten vereinten. Beide Geschichten sind Mitmach-Erzählungen, die Kinder waren mit Kopf und Herz dabei, fieberten verbal und nonverbal mit, teilten sich mit und stellten Fragen. Die Aktion war ein voller Erfolg und verdeutlichte zugleich, wie wertvoll Leseförderung in Ländern mit eingeschränktem Zugang zu Literatur ist.
Der Vorlesetag wurde aber auch in privaten und logopädischen Praxisräumen kreativ umgesetzt. So las Cornelia Rohrmeier (Foto Rohrmeier 2) überwiegend einzelnen Kindern in ihrer logopädischen Praxis in Straubing vor – unter anderem „Schaukel das Schaf“, „Wink dem Wal“ oder „Schüttel den Apfelbaum“, bei denen die Kinder mitmachen dürfen und sehen, was durch ihre Reaktion auf der nächsten Seite bewirkt wurde. Die Begeisterung war groß, und die kleinen Zuhörerinnen und Zuhörer freuten sich über Schokolädchen und Postkarten.
Beatrix Schwarzbach las 45 Minuten lang und begeisterte Schüler:innen einer 6. Klasse in Berlin mit spannenden Passagen aus dem Buch „Der Goldene Kompass“. Während des Vorlesens durften die Kinder es sich mit ihrer Brotbox gemütlich machen. Die Klasse ging, so Beatrix Schwarzbach, wunderbar mit - der Text passte zum Alter der Kinder, sie hörten interessiert zu, teilten eigene Gedanken und stellten Fragen. Die Einladung, im Dezember noch einmal wiederzukommen, um das Buch gemeinsam weiterzulesen, spricht für die Aktion.
Die vielen positiven Rückmeldungen und die aktiven, begeisterten Kinder zeigen: Vorlesen begeistert alle Altersgruppen und verbindet – über alle Grenzen hinweg! Und sie befeuern die Vorfreude auf den nächsten Vorlesetag. Also einfach schon mal im Kalender vormerken: der bundesweite Vorlesetag findet auch 2026 in Deutschland wie immer am 3. Freitag im November statt. Der Vorlesetag in Österreich findet am Donnerstag, 26. März 2026 statt, der 10. Schweizer Vorlesetag wird am Mittwoch, 27. Mai 2026 gefeiert.