Deutsche Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung

DGSS @ktuell 1/2018

Stand: 21.01.2018

Die Januar-Ausgabe: Berichte aus den Gremien • DGSS-Akademie • Einladung zur Mitgliederversammlung • uvm.

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Die Januar-Ausgabe 

VORWORT

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe DGSS-Mitglieder! Warum mit Rechten reden? Wie mit Rechten reden? Worüber mit Rechten reden? So lauten die Untertitel der Kapitel im Leitfaden „Mit Rechten reden“ (Leo / Steinbeis / Zorn, Stuttgart: Klett-Cotta 2017), der auf der „Spiegel“-Bestsellerliste gelandet ist. Wenn man einmal den seltsam parabolischen ersten Teil des Buches geschafft und sich an die schrägen Metaphern im Text gewöhnt hat, landet man in der Argumentationstheorie und beim Modell einer Gesprächssituation, in der unter demokratischen Bedingungen (jeder hat Rederecht, jeder hört zu, jeder lässt den anderen aussprechen, Fragen sind möglichst zu beantworten, zirkuläre Argumentationen möglichst zu vermeiden) gestritten wird über die Glaubenssätze der Rechten, und zwar mit den Rechten. Kahl rasierte Träger von Springerstiefeln mit weißen Schnürsenkeln dürften dazu unter Umständen nicht bereit sein. Kurt Tucholsky hat einmal angemerkt, man müsse nicht jeden Esel überzeugen. Aber die Stimmen etwa der AfD stammen auch von konservativen Protestwählern und aus einem Milieu, das weit bis in die sogenannte „Mitte der Gesellschaft“, d.h. die bürgerlichen Schichten hineinreicht. Das Wählerpotential der AfD wird auf bis zu 20% geschätzt. Manche dieser Wähler kennen wir persönlich. Hier sollten wir uns für zuständig erklären und die Debatte in unserer Umgebung führen. Schließlich sind wir Kommunikationsexpert*innen mit demokratischem Anspruch. Weil die Frage des praktischen Umgangs mit rechten Meinungen für uns als Profis der mündlichen Kommunikation so wichtig ist, freue ich mich, diesmal auf unserer internen Gremientagung in Fulda Ende Januar 2018 einen Workshop von Dr. Annette Lepschy im Programm zu haben: „Kann man fundamentalistischer Argumentation mit kooperativer Rhetorik begegnen?“ Annette Lepschy hat sich in das Thema eingearbeitet und wird erste Übungen mit uns durchführen und diskutieren, die sie für ihre Kurse konzipiert hat.

Viel Vergnügen und die eine oder andere Erkenntnis wünsche ich nun bei der Lektüre dieser Ausgabe 1-2018 von dgss@ktuell. Es geht unter anderem um einen theoretischen Zugang zur Präsenz des Schauspielers auf der Bühne (siehe den Beitrag unseres Kollegen Ari Nadkarni), um die Vorstellung des neu gewählten Vorstandes und der neuen Geschäftsführung der DGSS, um einen Bericht zu Verlauf wie Ergebnis des Rezitationswettbewerbs Vechta 2017, den 65. Geburtstag unserer geschätzten Kollegin Frau Prof. Dr. Ursula Hirschfeld aus Halle/Saale und viele weitere interessante Berichte und Ankündigungen aus dem Kreis der Kolleginnen und Kollegen. Ich wünsche allen im Namen des Vorstands und der Geschäftsführung ein gesundes, frohes Jahr 2018!

Ihr Ortwin Lämke

Viel Spaß beim Lesen!

 

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