DGSS zum „World Voice Day“, 16. April 2019: Stimmlich fit ins Lehramt

Münster, 10. April 2019.

Lehrer/-in ist ein sprechintensiver Beruf. Viele Lehrkräfte leiden unter einer schwachen, leisen oder leicht ermüdenden Stimme. Nicht selten führt dies zu späteren stimmlichen Problemen bis hin zu Stimmausfall.

Ein Stimmscreening während der Ausbildung gibt Aufschluss über die eigene Stimmqualität und ihre Belastungsfähigkeit. Das hilft zukünftigen Lehrkräften, stimmlichen Problemen vorzubeugen.

Passend zum diesjährigen „World Voice Day“ informiert die Deutsche Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung e.V. (DGSS) zum Thema Stimmscreening für Lehramtsstudent/-innen.

Ausgewählte Universitäten mit Schwerpunkt Sprecherziehung bieten kostenlose Stimmscreenings für angehende Lehrkräfte an. Dazu zählen das Zentrum für Sprache und Kommunikation (ZSK) der Universität Regensburg sowie das Projekt „Stimmlich fit im Lehramt am Institut für Sprach- und Kommunikationswissenschaft (ISK) an der RWTH Aachen. Unter professioneller Beobachtung wird beim Stimmscreening geprüft, wo die Schwächen der Probanden liegen. Nach genauen Analysen der Stimmprobleme kann diesen mit gezielten Übungen gegengesteuert werden. Die Universität Regensburg bietet angehenden Lehrkräften ein 45-minütiges akustisches, computergestütztes und auditives stimmliches Checkup mit nachfolgender Beratung an. „Wir helfen auch bei bereits bestehenden Beschwerden in den Bereichen Stimme und Sprechen, wenn zum Beispiel schon eine Einschränkung der stimmlichen Leistungsfähigkeit oder eine Veränderung des Stimmklangs festzustellen ist. In diesen Fällen beraten wir, zeigen Übungen und stellen, sofern nötig, einen Kontakt zu therapeutischen Einrichtungen her“, so Christian Gegner, ZSK Universität Regensburg.
„Ich halte Sprecherziehung für angehende Lehrer für immens wichtig, damit die Stimme auch längeren und intensiveren Belastungen Stand hält,“ so Dr. Katrin von
Laguna, Sprechwissenschaftlerin an der RWTH Aachen. Ziel der Stimmscreenings ist, die Stimme zunächst zu analysieren, um stimmliche Auffälligkeiten zu erkennen und
ihnen dann vorzubeugen. Dabei geht es um den Erhalt einer gesunden kräftigen Stimme und um Prävention. Mit gezielten Stimmübungen kann ein ökonomischer
Stimmgebrauch erlernt und trainiert werden. Empirische Untersuchungen zeigen, dass Stimme und Sprechweise entscheidend für unsere Wirkung auf unser Umfeld sind und
unserem Gegenüber einen Eindruck von unserer Kompetenz und Glaubwürdigkeit vermitteln. Eine starke und gesunde Stimme wirkt sich nicht zuletzt auch positiv auf die
Konzentrationsfähigkeit der Schüler/-innen aus.