DGSS @ktuell 4/2009
Ausgabe Oktober 2009  


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Der Aufsatz >>
Körpersprache – Körperausdruck – Körperzeichen
Von Christa M. Heilmann

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Gibt es einen Stufenbau von stimmlich-sprecherischen zu künstlerischen Leistungen?
Ein kritischer Zwischenruf
Von Hellmut K. Geißner

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DGSS-Tagung 2010 · Veranstaltungen der Landesverbände · Externe Tagungen
Neuigkeiten in Kürze >>
Personelle Veränderungen in Wissenschafts- und Berufskommission · Margarete Saatweber † · "Bamberger Empfehlungen" zur Lehrerbildung im Fach Deutsch
Ergebnisprotokoll zur Mitgliederversammlung der DGSS e. V. am Freitag, den 02. Oktober 2009 in Düsseldorf >>
Die bunte Ecke ;-) >>
Der Verständlichmacher
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Neuigkeiten in Kürze
  
Personelle Veränderungen in Wissenschafts- und Berufskommission

Vor allem die Wahlen während der Mitlgiederversammlung 2009 in Düsseldorf haben zu personellen Veränderungen geführt:

Neu in die Berufskommission gewählt wurden Friederike Beckmann, Wiebke Eckstein, Kerstin Hillegeist, Franziska Trischler und Elisa Franz; Vertreterin der Studierenden ist Conny Krause oder ihre Stellvertreterin Franziska Löhr.

Aus der Wissenschaftskommission ausgeschieden sind Dr. Dieter-W. Allhoff und Dr. habil. Freyr R. Varwig. Neue "geborene" Mitglieder (vgl. DGSS-Satzung § 8, 1.2) sind Dr. Kati Hannken-Illjes und Annegret Müller (ab. 03.01.2010); neu gewählt sind Prof. Dr. Hartwig Eckert, Prof. Christoph Hilger (vorauss. ab 02.11.2009), Prof. Uta Kutter und Prof. Dr. Bernd Schwandt. Weiterhin kooptiiert ist Prof. Dr. Carl-Ludwig Naumann. Vertreterin der Studierenden ist Ute Gradmann oder ihre Stellvertreterin Hannah Kreft.
Nachfolger von Prof. Dr. Christa M. Heilmann und neuer Vorsitzender der Wissenschaftskommission ist Prof. Dr. habil. Norbert Gutenberg.

Die Liste mit allen Mitgliedern der beiden Kommissionen finden Sie unter Personalia Dort stehen auch E-Mail-Adressen für die Kontaktaufnahme mit den Kommissionsvorsitzenden zur Verfügung.

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Margarete Saatweber †

Wir trauern um Margarete Saaatweber, langjährige Leiterin der CJD-Schule Schlaffhorst-Andersen: Sie verstarb am 12.10.2009; nur einen Monat später wäre sie 65 Jahre alt geworden.

Die Nachrufe der Schule und der DGSS lesen Sie bitte im DGSS-Intranet.

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"Bamberger Empfehlungen" zur Lehrerbildung im Fach Deutsch

Im Herbst 2008 hat die KMK gemeinsame "inhaltliche Anforderungen für die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken" verabschiedet. Wie für andere Fächer auch besteht der Vorschlag für das Fach Deutsch aus zwei Teilen:
  1. "Fachspezifisches Kompetenzprofil": Grundlegende Kompetenzen sollen während des Studiums aufgebaut werden und anschließend im Vorbereitungsdienst und in Fort-und Weiterbildung vertieft werden.
  2. "Studieninhalte" aus "Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft und Fachdidaktik". Sie betreffen die Lehrämter der Sekundarstufe I, gelten inhaltlich erweitert aber auch für die Lehrämter Gymnasium und
    Sekundarstufe II.
Noch im Jahr 2008 haben der Deutsche Germanistenverband (DGV) und das Symposion Deutschdidaktik (Sdd) einen "Gemeinsamen bildungspolitischen Arbeitskreis Germanistik und Deutschunterricht" eingesetzt.
Dieser hat im August 2009 ein Positionspapier erarbeitet. Das Papier enthält konkrete fachwissenschafltiche und fachdidaktische Empfehlungen zu der Frage, wie eine Umsetzung der KMK-Beschlüsse in ausgewählten Bereichen der Germanistik und Deutschdidaktik aussehen könnte.

Zurzeit werden die Empfehlungen sowohl den Wissenschafts- und Kultusministerien der Länder als auch den Universitäten und Pädagogischen Hochschulen, die Deutschlehrerinnen und -lehrer ausbilden, zur weiteren Diskussion und als möglicher erster "Leitfaden" übermittelt.

Wir dokumentieren im Folgenden die Empfehlungen zum Bereich "Mündlichkeit", für die v. a. unsere 2. Vorsitzende Marita Pabst-Weinschenk verantwortlich zeichnet.
Ob wir das komplette Papier als Download anbieten können, ließ sich bis Redaktionsschluss nicht klären. Falls wir die Genehmigung erhalten, werden wir Sie über die Mailing-Liste informieren.



[...]

7. Mündlichkeit: Sprechen und Zuhören
7.1 Gegenstandsbereich

In den KMK-Standards für die Schule steht die mündliche Kommunikation gleichberechtigt neben der schriftlichen Kommunikation, dem Umgang mit Texten und Medien und der Sprachreflexion. Auch wenn mündliche Kommunikation in allen Fächern mit geübt wird, ist der Deutschunterricht die dafür ausgewiesene Domäne. Deshalb müssen die für den Unterricht dafür notwendigen Qualifikationen im Lehramtsstudium für das Fach Deutsch besondere Berücksichtigung finden. Dabei geht es im Einzelnen um Grundlagen wie sich artikuliert, verständlich, sach- und situationsangemessen äußern, verschiedene Formen mündlicher Darstellung (erzählen, berichten, informieren beschreiben, appellieren, argumentieren, erörtern), die Wirkungen der Redeweise (Körpersprache, Stimmführung etc.) situations- sowie adressatengereicht anwenden, das verstehende Zuhören, das Reden und Präsentieren vor anderen, die Gesprächsführung, das Textsprechen und szenische Spielen.

7. 2 Bezug zum fachspezifischen Kompetenzprofil Wenn Studienabsolventen "über erste reflektierte Erfahrungen in der kompetenzorientierten Planung, Realisierung und Auswertung von Deutschunterricht ..." verfügen sollen, dann müssen sie auch entsprechende Eigenkompetenzen haben, denn diese sind Voraussetzung für erfolgreiches didaktisches Handeln. Und dabei geht es nicht nur um die stimmlich-sprecherischen, sondern auch um rhetorisch-strukturelle Kompetenzen in Rede- und Gesprächsformen sowie ästhetische Kompetenzen beim Sprechen und Spielen.
Anknüpfungspunkte für den Bereich "Mündlichkeit" sind bei den Inhalten der "ländergemeinsamen Anforderungen" vor allem
  • unter Sprachwissenschaft: "Phonologie" sowie "Theorien und Modellierungen von Mündlichkeit und Schriftlichkeit"
  • unter Literaturwissenschaft: "Methoden der Textanalyse/Textinterpretation" sowie "Theorien zur Produktion und Rezeption literarischer und pragmatischer Texte"
  • unter Fachdidaktik: "Theorie und Konzepte (des Deutschunterrichts und) seiner Lernbereiche, einschließlich der Erprobung im Unterricht"
Das Studium der mündlichen Kommunikation lässt sich nicht einem der traditionellen Wissenschaftsbereiche "Sprache" oder "Literatur" zuordnen; Sprechwissenschaft/ Sprecherziehung als Disziplin ist eher fachdidaktisch anerkannt, beschäftigt sich aber auch wissenschaftlich mit allen Aspekten mündlicher Kommunikation und liegt quer zur traditionellen Einteilung in Sprach- und Literaturwissenschaft.

7. 3 Vermittlungsperspektive Wer "Sprechen und Zuhören" erfolgreich unterrichten will, muss zwischen Konzept und Medium unterscheiden. Konzeptionelle Mündlichkeit wird im Unterricht zwar reflektiert, ist aber nicht der Fokus bei der Vermittlung. Im Wesentlichen geht es in Schule und Studium um konzeptionell schriftliche Formen im Medium der Mündlichkeit. Es sollen die gültigen Sprach- und Sprechnormen, Rede- und Gesprächsformate sowie darin enthaltene Ansprüche an Hörerbezug, Argumentation etc. vermittelt werden, und diese zählen zur konzeptionellen Schriftlichkeit. Dennoch muss eine möglichst weit reichende mediale Mündlichkeit gefordert werden, d. h., auch entfaltete und vorbereitete Formen wie Präsentationen, Reden etc. sollten nicht schriftsprachlich ausformuliert, sondern anhand von Stichwörtern frei gesprochen werden.

7.4 Vernetzungsmöglichkeiten Aspekte der Eigenkompetenz können z. T. auch in allgemeinen Praxistrainings zu Schlüsselqualifikationen und schulpraktischen Studien erworben werden, diagnostische Kenntnisse über den Spracherwerb, die Modellierung von Sprechdenk- und Hörverstehensprozessen sowie Stimm-, Sprach- und Sprechstörungen (bei Kindern) in psychologischen bzw. psycholinguistischen Veranstaltungen.

7.5 Kommentar Man wird besonders darauf achten müssen, dass die medial mündlichen Formen in der Ausbildung hinreichend Berücksichtigung finden. Denn nichts ist unglaubwürdiger als eine Lehrperson, die Mündlichkeit lehren will, selbst aber Inhalte nicht überzeugend mündlich präsentieren kann.

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